Evangelisation oder Menschen zu Jesus bringen

Evangelisation oder Menschen zu Jesus bringen
Claus Roth
durch

Als ich vor einigen Wochen von meinem lieben „Onkel Albert“ – also er ist nicht mein richtiger Onkel, aber er wird glaube ich gerne liebevoll von mir so genannt – darauf angesprochen wurde, ob ich einen kleinen Blogpost zum Thema „Evangelisation“ schreiben könnte, da habe ich mir schon die Frage gestellt, was das denn überhaupt bedeutet, Evangelisation?

Was bedeutet für dich dieser Begriff? Was ist Evangelisation?

Evangelisation“ oder „evangelisieren“ – oft gehörte Worte in der Christen Szene, auch bei uns in der GoLive Kirche in Solingen.

Johannes 4, 35 – 38:

„Da erklärte Jesus: Meine Nahrung ist, dass ich den Willen Gottes tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollende. Meint ihr etwa, dass erst in vier Monaten zum Ende des Sommers die Zeit der Ernte beginnen wird? Schaut euch doch um! Überall reifen die Felder heran und sind schon jetzt bereit zur Ernte. Der Erntearbeiter erhält guten Lohn, und die Früchte, die er einsammelt, sind Menschen, die zum ewigen Leben geführt werden. Welche Freude erwartet beide zugleich: den, der pflanzt, und den, der erntet! Ihr kennt den Spruch: `Der eine pflanzt und ein anderer erntet´. Das ist wahr. Ich habe euch ausgesandt zu ernten, was ihr vorher nicht selbst erarbeitet habt; andere hatten diese Arbeit schon getan, und ihr werdet nun die Ernte einbringen.“

Sind deine ersten Assoziationen irgendwelche merkwürdige Typen, die am Samstagvormittag bei dir klingeln, dich womöglich noch aus deinem Schlaf reißen und dir dann irgendwelche langweiligen Geschichten erzählen?

Oder dir komisches Zeug zum Lesen in die Hand drücken?

Oder denkst du da an Menschen, die in Fußgängerzonen stehen, Blümchen verteilen und eventuell laut predigen, auch wenn niemand zuhört?

Was bedeutet also Evangelisation?

Ein Leben wie Jesus führen?

Gutes tun?

Den Menschen von Jesus erzählen?

Menschen helfen Christ zu werden?

Jesus redet von einem der sät – der Pflanzer – und einen der erntet – der Erntearbeiter. Evangelisation ist also ein Prozess von Säen und Ernten.

Der Begriff „Evangelisation“ kommt vom Evangelium her. Evangelisation heißt damit im Grunde genommen nicht mehr als die Weitergabe der guten Nachricht: Weil Gott will, dass alle Menschen gerettet werden, ist es unser Auftrag zu evangelisieren.

Für mich bedeutet Evangelisation, Menschen da abzuholen, wo sie sich gerade befinden. Für mich bedeutet es, den Menschen zuzuhören – ihr Bild von Gott erstmal stehen zu lassen und mit ihnen zu sprechen, warum sie das so erleben, ihre Gründe zu hören, warum sie nicht an Gott glauben. Zeit geben Fragen zu stellen, gemeinsam nach Antworten suchen. Das praktizieren wir auf persönlicher Ebene und im Allgemeinen in unserer GoLive Kirchengemeinde in Solingen.
Evangelisation bedeutet für mich nicht, sich auf einen Schlag zu bekehren, sondern das ist ein Weg den ich mit jemandem Schritt für Schritt gehe. Ich rede nicht nur, ich lebe den Menschen vor, wie ich Jesus erlebe. 

Wenn ich jemanden ein Stück in seinem Leben begleite, dann ist er vielleicht noch kein Christ, dennoch ist das bereits Evangelisation.
Das Ziel ist die Begleitung und nicht unbedingt die Bekehrung.

Nur kurz meine eigene Evangelisationsgeschichte:

Ich habe auch solch eine Person kennengelernt, die mit mir diesen Weg gegangen ist. Mein liebe Frau!

Wir haben uns April 2010 kennengelernt. Damals war ich bereits satte 47 Jahre alt, doch ich kannte Gott. Aber: ich kannte ihn halt nur. Ich war aber nicht mit ihm unterwegs!

couplybibleIch lebte so in meinen katholischen Traditionen, betete durchaus regelmäßig abends und morgens, hatte aber im Übrigen wenig Kontakt zu Gott. Ich besuchte kaum Gottesdienste und pflegte keine Beziehungen zu anderen Gemeindemitgliedern.

Aber ich fühlte mich wohl, wenn ich sie zu ihren Gottesdiensten in ihrer Heimatgemeinde begleitete und all die neuen Einflüsse dort interessierten mich sehr. Die Menschen in dieser Gemeinde waren alle furchtbar freundlich und liebevoll im Umgang miteinander aber auch mit mir. So merkte ich, dass hier authentisch Glaube an Jesus Christus gelebt wurde. Ich begann überhaupt das erste Mal in meinem Leben, bewusst die Bibel zu Lesen und verfolgte jede Predigt mit größter Aufmerksamkeit.

Ein weiterer Einfluss kam hinzu. Meine Frau lebte damals auch einen regen Kontakt zu einem regelmäßigen Bibelkreis und auch in dieser kleinen Gruppe merkte ich, wie der heilige Geist die Liebe untereinander wirken ließ.

Und so bekam ich um die Weihnachtszeit 2011, also nach etwas mehr als einem Jahr, immer stärker das Gefühl, dass Gott mich zu sich ruft.

Ich fühlte, dass die Predigten und Bibelstunden bei mir ankamen. Die vielen wunderbaren Menschen um mich herum legten ein lebendiges Zeugnis für die Liebe Gottes zu seinen Kindern ab und ich begann, über mich und mein Wesen, mein Leben und meine Erlebnisse nachzudenken und kam zu dem Schluss, dass ich mich Taufen lassen wollte. Ich erzählte meiner Frau davon als eine Art Weihnachtsüberraschung und ihre Freude war unbeschreiblich. Vorher hatte ich es unserem Pastor erzählt, der es ebenfalls vor Freude kaum fassen konnte, dass ich diesen Entschluss gefasst hatte. Alle, die davon erfuhren, waren glücklich und dankbar. Es war genau so, wie es geschrieben steht: „Welche Freude erwartet beide zugleich: den, der pflanzt, und den, der erntet“.

Für mich war es sicherlich die wichtigste Entscheidung in meinem Leben! Ich wurde also „erfolgreich evangelisiert“ und gehöre nun einer wunderbaren Gemeinde an, unserer GoLive Kirche in Solingen.

Ich danke Gott für all die Menschen, die mir in meinem Leben begegnet sind. Da waren so viele Menschen, die in meinem Herzen etwas gepflanzt haben. Die mir Gottes Botschaft erklärt und vorgelebt haben, die Botschaft der Liebe und des ewigen Lebens.

Ich danke Gott insbesondere dafür, dass er mir den wunderbarsten Menschen geschickt hat, den ich jemals getroffen habe: meine geliebte Frau!

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