Mach es neu mit Jesus!

Mach es neu mit Jesus!
Claus Roth
durch

Wie war das letztens für dich im Gottesdienst?

Warst du das erste Mal dort und warst du total neugierig, was dich hier erwartet: Du fragtest dich, wie dein Weg mit Gott aussehen wird. Du warst voller Vorfreude auf eine neue Erfahrung und warst richtig gerne dabei – vielleicht sogar in unserer Kirchengemeinde, bei GoLive Kirche in Solingen.

Möglicherweise warst du aber nicht das erste Mal dort, sondern bist schon oft im Gottesdienst gewesen und bist bis heute immer noch gerne dabei. Du bist seit einiger Zeit mit Gott unterwegs und alles was dir begegnet erfüllt dich mit Freude und spornt dich an, immer wieder zukommen.

Das freut mich sehr. Und Gott freut das sicherlich auch sehr!

Vielleicht fragst du dich aber auch, ob das jetzt immer so weitergeht, dein Leben mit Gott, oder ob denn da noch etwas mehr kommt, ob es noch etwas Neues gibt, oder ob es das jetzt vielleicht schon alles war.  Soll das immer so weitergehen bis du stirbst oder Jesus wiederkommt? Vielleicht fragst du sich grundsätzlich, wie genau deine Geschichte mit Gott denn so weitergehen soll.

Du bist mit dieser Frage jedenfalls in bester Gesellschaft. Den Jüngern ging es einmal ganz genauso.

Die Situation um die es hier gehen soll, ereignete sich zu einem Zeitpunkt, als Jesus nach seinem Tod am Kreuz von den Toten auferstanden war und er sich den Jüngern bereits einige Male, zuletzt in Jerusalem, gezeigt hatte. Also war ja grundsätzlich eigentlich alles gut. Die Jünger hatten Jesus mit eigenen Augen gesehen, sie konnten sich sicher sein, dass er nicht tot war.

Gottes Versprechen auf ein ewiges Leben in Gemeinschaft mit ihm muss den Jüngern in dieser Zeit so wirklich, so realistisch, so plastisch erschienen sein, wie keinem Menschen zuvor.

Jesus hatte die Jünger nach ihrer letzten Begegnung mit ihm nach Galiläa berufen, um sie wieder zu treffen.

Doch wann würde dieses Treffen stattfinden? Wo genau? Und wie würde es weitergehen? Seit der letzten Begegnung mit Jesus geschah nichts mehr und die Jünger saßen untätig herum und warteten.

An dieser Stelle setzt der folgende Text ein:

Johannes 21, 2 – 14:

„Simon Petrus und Thomas, genannt Zwilling, und Nathanael, der von Kana in Galiläa war, und die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen. Simon Petrus spricht zu ihnen:  Ich gehe hin fischen. Sie sprechen zu ihm: Auch wir gehen mit dir. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot; und in jener Nacht fingen sie nichts.  Als aber schon der frühe Morgen anbrach, stand Jesus am Ufer; doch wussten die Jünger nicht, dass es Jesus war.  Jesus spricht nun zu ihnen: Kinder, habt ihr wohl etwas zu essen? Sie antworteten ihm: Nein.  Er aber sprach zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus! Und ihr werdet finden. Da warfen sie es aus und konnten es vor der Menge der Fische nicht mehr ziehen.“

Kannst du dir vorstellen, was da in den Jüngern vorgegangen ist? Was sie bewegt hat oder was sie dachten?

Sicherlich haben sie sich gefragt, was denn jetzt geschehen sollte. Was hat Jesus mit uns vor? Was sollen wir nur tun? Dieses untätige Warten war jedenfalls nichts für Petrus. Er war voller Tatendrang und wollte irgendetwas unternehmen. Aber es fiel ihm nichts Besseres ein, als das zu tun, was er schon immer getan hatte. Er war halt ein Berufsfischer und was lag ihm näher, als zu seinem alten Handwerk zurückzukehren, der alten Gewohnheit nachzugehen und als Fischer zu arbeiten. Und die übrigen Jünger folgen ihm nach ohne zu Zögern. Auf geht’s auf den See und raus mit den Netzen!

Weitermachen wie bisher, alles wie immer! Nichts hat sich geändert!

Doch in dieser Nacht fangen sie nichts! Was für eine Enttäuschung. Ihre schlechte Laune dürfte sich nicht wirklich positiv verändert haben.  Und dann steht am nächsten Morgen einer am Ufer und fragt wie selbstverständlich nach etwas zu Essen. Wie peinlich für einen eingefleischten Berufsfischer wie den Petrus und die anderen. Ich kann da verstehen, dass die Antwort in dieser Lage eher knapp mit einem kurzen „Nein“ ausfällt.

Und dann kommt dieser überraschende Hinweis,  das Netz einmal zur rechten Seite auszuwerfen, dort werden sie schon etwas fangen.

Ich weiß nicht, wie genau die Fischer damals gearbeitet haben, aber es fällt jedenfalls auf, dass Jesus ausdrücklich empfiehlt, das Netz rechts zu werfen, so dass unterstellt werden kann, dass diese Art das Netz zu werfen sicherlich nicht die übliche Methode war.

Es wird auch nicht berichtet, was die Jünger bewegt hat, diesem Rat ohne Zögern und Rückfragen  zu folgen. Schließlich heißt es ausdrücklich in dem Bericht, dass die Jünger zunächst nicht wussten, dass es sich am Ufer um Jesus handelte. Dies wurde ihnen sicherlich erst allmählich klar, vielleicht weil sie sich daran erinnerten, dass diese Begebenheit sich ganz ähnlich abspielte, wie auch ihre erste Begegnung mit Jesus einige Jahre zuvor, als er sie ebenfalls mitten bei der Arbeit als Fischer  traf und berufen hatte.

Offensichtlich haben sie nicht daran gezweifelt, dass dieser Ratschlag zum Erfolg führen würde. Vielleicht war es einfach die liebevolle Art Jesu, die sich bereits in seiner ersten Frage bemerkbar machte, in der Art und Weise, wie er die Jünger ansprach. Er fragte sie ausdrücklich „Kinder, habt ihr wohl etwas zu essen?“.

Indem er den Begriff „Kinder“ verwendete, drückte er sein inniges Verhältnis zu den Jüngern aus, so wie es zwischen Eltern und Kind besteht. Schließlich hatte sie Jesus auch früher so liebevoll angesprochen.  Und sie probierten es aus und siehe da, es funktionierte und das Netz war voll. So voll, dass sie es vor lauter Fischen nicht mehr ziehen können.

Du fragst dich jetzt vielleicht, was diese Geschichte mit dir zu tun hat, denn schließlich bist du kein Fischer. Wie sollst du da ein Netz an der rechten Seite auswerfen?

Das Netz rechts auszuwerfen kann zunächst auf den ersten Blick als ein neues Wunder Jesu verstanden werden. Denn es war bereits morgens, es wurde wieder hell und zu dieser Zeit tauchen die Fische wieder in die Tiefe hinab und sind nicht mehr zu fangen. Dennoch ist das Netz so voll, dass man es nicht einmal mehr ziehen konnte.

Auf den zweiten Blick habe ich mich aber gefragt, aus welchem Grunde sich Jesus ausgerechnet in diesem Augenblick an seine Jünger gewendet hat. Er hätte doch auch schon viel früher auftauchen können und es wäre gar nicht zu dieser frustrierenden Situation für die Jünger gekommen. Oder er hätte auch warten können, bis die Jünger wieder an Land waren und die Sache vielleicht schon wieder vergessen war.

Aber nein, er kam genau in diesem Augenblick! Ich bin mir ganz sicher, dass dies kein Zufall war. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass Gott irgendwann einmal nur zufällig irgendwo irgendwem erschienen ist. Gott tritt immer dann auf, wenn er es für richtig hält und er erscheint immer genau zu der Zeit, zu der er erscheinen möchte! Gott kommt immer zum rechten Zeitpunkt!

Der Schlüssel zum Verständnis dieser Geschichte liegt in dem Gesamtzusammenhang der Erscheinung Jesu. Wenn man die folgenden Verse weiter liest, wird schnell deutlich, dass Jesus seine Jünger und insbesondere Petrus beauftragt, der Hüter der Schafe Jesu zu sein, also seine Gemeinde zu bauen.

Es handelt sich daher nicht nur um ein Wunder Jesu, sondern es ist auch ein guter Rat Jesu.

Wenn es mal nicht so läuft, gehe mal einen anderen Weg! Wenn du frustriert bist und nicht mehr weiter weist, wenn die alten Methoden nicht mehr funktionieren, mache es mal anders! Wechsle mal die Seite, die Perspektive oder ändere mal deinen Standpunkt. Tue es nicht so, wie du es seit Jahren gewohnt bist, immer links, immer vorne oder immer hinten, nein, versuche es auch mal rechts. Nimm diesen Rat von Jesus ernst, in jeder Lebenslage. Verlass die alten Pfade, trenne dich von liebgewonnenen Gewohnheiten und geh einen neuen Weg mit Jesus.

Es kann sein, dass du dich jetzt immer noch fragst, was das alles mit dir zu tun hat.

Vielleicht bist du ja gar nicht frustriert. Vielleicht funktioniert in deinem Leben alles einwandfrei. Du bist mit Gott unterwegs, hast deine Gemeinde gefunden, nimmst jeden Samstag mit Freude am Gottesdienst teil und betest viel und regelmäßig. Du bist ein liebevoller Ehemann und Vater oder eine liebevolle Ehefrau und Mutter und bei deinen Mitmenschen rundweg beliebt. Insgesamt kannst du sagen, dass zufrieden und  mit dir und deinem Herrn im Reinen bist.

Es gibt überhaupt keinen einzigen Grund, das Netz mal nach rechts zu werfen, damit es so voll wird, dass du es nicht einmal mehr ziehen kannst. Es reicht vollkommen, wenn es so voll ist wie bisher, wieviel das auch immer sein mag.

womansun

IST DAS WIRKLICH SO?

Es gibt ja nicht so viele Stellen in der Bibel, in denen Jesus dir genau sagt, was du tun sollst. So hat er uns zum Beispiel das Vater Unser gelehrt, also wie wir beten sollen oder  er hat uns beigebracht, wie wir das Abendmahl feiern sollen und dass es dazu gehört, seinem Nächsten zu dienen und ihm die Füße zu waschen.

Und auch hier macht er es ausdrücklich. Nenne mir einen einzigen Grund, warum du diesem guten Rat Jesu nicht folgen solltest?

Ich denke, es kommt darauf an, wer du sein möchtest. Möchtest du wie Petrus sein, der voller Schwung und Freude auf Jesus zustürzt, als er ihn erkannt hatte? Möchtest du ein Bruder Jesu sein, sein Jünger, sein Freund oder sein Diener?

Was immer du sein möchtest entscheidest du ganz alleine. Aber wenn du der Hirte der Gemeinde Jesu sein möchtest, wenn du die Gemeinde Gottes bauen möchtest, wenn du ein Menschenfischer sein willst, wenn du willst, dass dein Netz so voll ist, dass du es kaum ziehen kannst, dann folge dem Rat Jesu.

Dann wirf das Netz am Morgen aus, nach rechts.

Dann geh einen neuen Weg mit Gott. Triff eine Entscheidung für ein Leben mit ihm. Dann suche dir einen Dienst, eine Aufgabe in deiner Gemeinde, wenn du bisher noch keinen Dienst hattest. Diene Gott und den Menschen mit Liebe und Barmherzigkeit.

Geh nicht nur in den Gottesdienst, um zu konsumieren und aufzutanken. Gestalte ihn mit. Bring dich ein mit deinen Kenntnissen und Fähigkeiten und nutze sie für die Menschen.

Und wenn du schon längst deinen Dienst gefunden hast und schon seit Jahren regelmäßig und zuverlässig ausführst, dann denk mal drüber nach. Vielleicht kannst du es noch besser machen. Oder vielleicht ist ein ganz anderer Dienst viel besser für dich geeignet, weil deine Fähigkeiten, deine Gaben sich geändert haben und du heute andere Fähigkeiten hast als noch vor 5 oder 10 Jahren.

Höre auf Jesus, vertraue ihm und sei mutig, denn mit ihm wird das Netz voll sein! Es wird dir gelingen! Schau dir den Text weiter unten an. Dort heißt es wie folgt:

Johannes 21,11:

„Da ging Simon Petrus hinauf und zog das Netz voll großer Fische, hundertdreiundfünfzig, auf das Land; und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht.“

Ich habe mich gefragt, aus welchem Grunde ausgerechnet von 153 Fischen die Rede ist. Sicherlich, irgendjemand muss sie gezählt und die Zahl aufgeschrieben haben. Sicherlich unterstützt die hohe Zahl auch den Umstand, dass der Fang außergewöhnlich reich war. Aber dieser Hinweis hat noch einen weiteren Hintergrund. Die Zahl 153 bedeutet, dass in dem Netz alle damals bekannten Fischarten, nämlich genau 153 gefangen worden waren.

Jetzt könnte es sein, dass du gerne ein Menschenfischer sein möchtest aber befürchtest, dass du dieser Sache nicht gewachsen sein magst. Mach dir keine Sorgen! Jesus sorgt für dich wie in der Geschichte der Jünger. Wenn du nach getaner Arbeit an Land kommst und das Netz so schwer ist, dass du es kaum ziehen kannst, dann wird er schon sehnsüchtig am Ufer warten und dich mit allem versorgen, was du gerade brauchst! Ganz sicher!

Du musst dich nur entscheiden, wer du sein willst.

Sei mutig! Raff dich auf! Lass die alten Gewohnheiten sein! Mach es neu! Folge Jesus nach! Und folge seinem Rat! Dann werden irgendwann einmal nicht mehr nur alle 153 Fischarten, sondern alle Menschen im Netz Gottes sein. Höre auf Jesus. Mach es anders. Du musst es nur wollen.

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